Im Auftrag der BASt erarbeitet Mobycon zusammen mit der Uni Kassel und dem Education Innovation Lab derzeit innovatives Lernmaterial für Schulen, das Verkehrssicherheit mit kultureller Vielfalt, Nachhaltigkeit, Gegenwart und Zukünften sowie Fragen nach Gerechtigkeit verbindet.
In Deutschland wächst die kulturelle Vielfalt: Rund ein Drittel der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Mit ihr wächst auch die Vielfalt an Haltungen, Erfahrungen und Mobilitätskulturen, die sich im Verkehrsgeschehen widerspiegeln. Umso wichtiger ist es, dass Kinder und Jugendliche sich bereits in der Schulzeit mit unterschiedlichen Mobilitätsrealitäten auseinandersetzen. Sie sollten Regeln, Werte, Verhalten und Haltungen reflektieren und ihre eigene Perspektive einordnen lernen.
Besonders interessant ist dabei die Altersgruppe der 11- bis 14-Jährigen. Die Fahrradprüfung liegt meist hinter ihnen, der nächste formale Berührungspunkt mit Verkehrsausbildung sind motorisierte Führerscheine für Mofa, Moped oder später das Auto. Dazwischen entsteht eine Lücke. Zwar greifen einzelne Schulen das Thema Verkehrssicherheit beispielsweise durch Besuche der Verkehrspolizei auf. Gleichzeitig kommen Jugendliche in genau diesen Jahren zunehmend mit neuen Verkehrsmitteln wie E-Scootern in Kontakt. Um gerade in dieser sensiblen Lebensphase Reflexion und Verantwortungsbewusstsein zu stärken, haben wir gemeinsam mit Partnern ansprechende Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte entwickelt.

Ausgangspunkt war die Frage, wie Mobilitätsbildung und Verkehrssicherheit derzeit an deutschen Schulen vermittelt werden und wo Weiterentwicklungsbedarf besteht. Im Auftrag der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) hat Mobycon unter der Leitung der Universität Kassel und in Zusammenarbeit mit dem Education Innovation Lab in Berlin ein wissenschaftlich fundiertes Lernmodul entwickelt. Ziel ist es, Lehrkräften künftig kostenfrei Materialien zur Verfügung zu stellen, mit denen sie ohne großen Zusatzaufwand modernen, praxisnahen und kultursensiblen Unterricht zum Thema Mobilität gestalten können. Schülerinnen und Schüler sollen dadurch befähigt werden, sich kritisch, konstruktiv und kreativ mit Mobilität auseinanderzusetzen.
Im Projektverlauf entstanden zwei Lernmodule. Grundlage bildete eine umfassende wissenschaftliche Literaturanalyse zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Mobilitätskulturen in verschiedenen Ländern. So werden unterschiedliche Lebensrealitäten im Kontext von Verkehrskultur greifbar. Ergänzend wurden Lehrkräfte und Ausbilderinnen und Ausbilder zu ihren Erfahrungen und Bedarfen befragt.

Die entwickelten Prototypen führen interaktiv, praxisnah, partizipativ und multimedial an das Thema heran. In Fokusgruppen reflektierten Schülerinnen und Schüler die Materialien und brachten ihre Perspektiven ein. Dabei ging es um Alltagsmobilität und soziale Gerechtigkeit ebenso wie um nachhaltige Mobilität, Klimaschutz, selbstbestimmte Mobilität und Empowerment. Im weiteren Projektverlauf wurden die Module an verschiedenen Schulen in Deutschland erprobt und weiterentwickelt; aktuell werden sie wissenschaftlich evaluiert.
Perspektivisch sollen sie bundesweit für den Unterricht zur Verfügung stehen. So stellen wir sicher, dass Schulen deutschlandweit Materialien erhalten, die Schülerinnen und Schüler auf eine sichere, inklusive und nachhaltige mobile Zukunft vorzubereiten.
Bei Mobycon sind wir überzeugt: Lebenswerte, nachhaltige Gemeinschaften entstehen dort, wo die nächste Generation von Verkehrsteilnehmenden gut vorbereit ist.
Möchten Sie mehr über unseren Ansatz in der Mobilitätsbildung erfahren oder darüber, wie wir Städte beim Übergang zu inklusiveren Verkehrssysten unterstützen? Kontaktieren Sie uns und wir zeigen Ihnen gern, wie wir Ihre Kommune auf dem Weg zu einer sicheren und nachhaltigen Mobilitätszukunft begleiten können.