Urbane Mobilität neu gedacht: Mobycon-Highlights vom deutschen “Women Changing Cities” Buchlaunch

Der Buch-Launch von „Women Changing Cities“ wurde zu einem Plädoyer für Mut, Gemeinschaft und neue Wege in der Mobilität. In der Niederländischen Botschaft in Berlin wurde am 12.2.2026 sichtbar, was passiert, wenn Frauen Städte neu denken.

 

Ein kalter, nasser Winterabend in Berlin – und trotzdem ein voller Saal. In der Botschaft des Königreichs der Niederlande lag diese besondere Energie in der Luft, die entsteht, wenn Menschen nicht nur über Wandel sprechen, sondern ihn tatsächlich gestalten. Am 12. Februar 2026 kamen zahlreiche dieser Menschen zur Abendveranstaltung „Women Changing Cities“ zusammen, die den Deutschland-Launch des gleichnamigen Buchs von Melissa und Chris Bruntlett markierte. Darin erzählen sie die Geschichten mutiger Frauen aus zwölf Städten weltweit, die Verkehrssysteme neu dachten und nachhaltige Veränderungen anstießen.

Globale Geschichten auf einer Berliner Bühne

Angefangen hatte alles mit der Idee ihres dritten Buchs. Melissa und Chris Bruntlett reisten im Rahmen ihrer Recherchen auch nach Berlin. Mobycons Dagmar Köhler und Cargobike Jetzt-Geschäftsführerin Gina Lacroix hörten davon und waren sich sofort einig: Wenn die Geschichten hinter den Erfolgen erzählt werden, dann brauchen wir sie auch hier in Deutschland, hier in Berlin. Also organisierten sie einen Abend. Mit Women in Cycling Germany, in dessen Beirat beide aktiv sind, war der organisatorische Rahmen schnell gesetzt. Als Gastgeberin konnte die Niederländische Botschaft in Berlin gewonnen werden. Dieser Ort war nicht nur wegen des Ausblicks auf die verregnete Spree großartig. Die beiden Autor:innen waren einst aus Kanada in die Niederlande ausgewandert. Und die niederländische Haltung, Mobilität als Schlüssel für Lebensqualität, Teilhabe und Zukunftsfähigkeit zu verstehen, gab dem Abend den passenden Rahmen.

Diplomatie auf zwei Rädern

Im Februar kamen knapp hundert Menschen zusammen. Die stellvertretende Botschafterin Mira Woldberg eröffnete den Abend und erzählte unter anderem, wie sie während ihrer Station in Neuseeland ihren Dienstwagen gegen ein Fahrrad eingetauscht hatte. Im diplomatischen Dienst. 

Mit Authentizität und voller Überzeugung ging es weiter: Salber Lee Williams, Schauspielerin und Dichterin, performte eine Ode an die Freude des Radfahrens „This is joy, bro“. Ein grandioses Panel aus vier Frauen reflektierte in einer wirklich kurzweiligen Podiumsdiskussion die zentralen Erkenntnisse aus dem Buch „Women Changing Cities“: Eva James, Sozialforscherin aus den Niederlanden, Madeleine Richter, Büroleiterin von Oda Hassepaß im Berliner Abgeordnetenhaus, Meike Niedbal, Leiterin Konzernentwicklung DB und Staatssekretärin a.D., sowie Keisha Alena Mayuga von der Move As One Coalition auf den Philippinen und Beraterin bei der GIZ. Sie diskutierten die Muster hinter dem Erfolg: Steht Wirksamkeit vor Machterhalt? Ist Empathie eine Superpower? Wer erkennt den wahren Wert von Care-Arbeit? Und wer traut sich, unbequeme Entscheidungen zu treffen, um eine Vision Wirklichkeit werden zu lassen?

Globale Verbindungen: von Berlin bis nach Manila

Zu den stärksten Momenten des Abends gehörten die Vorlesepassagen von Melissa Bruntlett, insbesondere jene in Anwesenheit einer der Protagonistinnen. Keisha Alena Mayuga hatte während der Corona-Pandemie Pop-up-Radwege in Manila erwirkt. Auf dem Panel traf sie auf die vormalige Berliner Staatssekretärin Meike Niedbal und erzählte, wie Berlins Pop-up-Radwege sie damals inspiriert hatten. Online fand sie ein Handbuch zur Einrichtung solcher Radwege, sogar auf Englisch. Wie hilfreich, dachte sie, und konnte damit auch den philippinischen Verkehrsfachleuten eine fundierte Anleitung an die Hand geben. Der Rest ist Geschichte.

Die Kraft der Perspektive

Meine Kollegin und ich sind mit einem ungewöhnlich klaren Gefühl von Berührtheit, Stolz und Antrieb nach Hause gegangen. Perspektivenvielfalt ist keine Debatte, sie ist ein Hebel, der Städte verändert. Wir arbeiten am richtigen Ort, mit großartigen Menschen und an relevanten Projekten. Unsere Kolleg:innen von Mobycon hatten 2020 das Handbuch zur Einrichtung von Pop-up-Radwegen verfasst. Es war einer dieser Abende, die lange nachwirken, weil sie zeigen, was entsteht, wenn Gemeinschaft, Fachlichkeit und Mut zur Perspektive zusammenkommen. Danke an Melissa und Chris, an die Niederländische Botschaft, an alle Rednerinnen und Gäste und vor allem an alle Frauen und Männer, die unsere Städte jeden Tag besser machen. Sichtbar und unsichtbar, im Großen wie im Kleinen.

Wirklicher Wandel entsteht nur, wenn wir neuen Stimmen Gehör schenken und bewährte Lösungen über Grenzen hinweg teilen. Bei Mobycon setzen wir uns genau dafür ein: globale Verbindungen zu stärken und vielfältige Perspektiven in die Stadtplanung einzubringen.

Bereit, die Straßen deiner Stadt neu zu denken? Kontaktiere uns, um gemeinsam mit unseren internationalen Experten sicherere, inklusivere und lebenswertere Räume für alle Menschen zu entwickeln. 

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